22.11.2019
Bild VN, Fundament Windrad

Windräder nicht mehr nach Recht
sondern nach Politik, -
auch in unserer Region, so Naturschützerin Karin Nickel

Die Ausweisung von Vorrangflächen und Genehmigung der Anlagen erfolgen in Nordhessen nicht mehr nach Recht und Gesetz, so Mario Klotzsche, Kreisvorsitzender der Freien Demokraten in Fulda, sondern sollen politisch durchgedrückt werden. Das lege die Forderung des Kasseler Regierungspräsidenten Klüber (CDU) nach noch mehr Windkraft in Osthessen offen. Die schwarz-grüne Landesregierung missbrauche die osthessischen Wälder als Industriegebiete.
Nicht nur dort, meint die Naturschützerin Karin Nickel (Bild) von der HGON LM/WEL. Dafür gebe es auch in unserer Region konkrete Hinweise. Gerade in der Gemeindevertreter-Sitzung in Hünfelden, habe sie in der Bürgerfragezeit, 30 Minuten vor Beginn der Sitzung genutzt, um gezielt nach den Veränderungssperren im Offenland (VG 1138a) zu fragen. Dabei sei zunächst festzuhalten: Es wurden im Jahr 2017 Bebauungspläne für Flächen erstellt, doppelt so groß wie im Flächennutzungsplan und seit 2016 als Vorranggebiet für Windkraftanlagen (WKA) vorgesehen. Bereits jetzt sind die auf landwirtschaftlichen Flächen gebauten 4  WKA einer Firma seit 2016 in Betrieb. Die Veränderungssperren laufen Anfang Januar 2020 aus und können nicht mehr verlängert werden. Auf die Frage von Karin Nickel: Wie geht es jetzt weiter? Antwort der Bürgermeisterin Frau Scheu-Menzer: „Da müssen wir mit dem RP sprechen, wie wir gegebenenfalls weiter vorgehen“.
Karin Nickel ist aber bekannt, dass bereits zumindest ein Antrag eines auswärtigen Projektierers auf Genehmigung beim RP Gießen für den weiteren Bau von 2 WKA vorlägen und ein weiterer Projektierer in Verbindung mit der Gemeinde Hünfelden ebenfalls Interesse an weiteren Windrädern auf den Ackerlandflächen hat. Anzeichen, dass vollendete Tatsachen geschaffen werden sollen. Eine verfehlte Politik, nicht nur wegen der Zerstörung von Natur und Landschaft, sondern auch der Tatsache, dass jedes neue Windrad völlig sinnlos ist, weil das Problem der Stromspeicherung nicht gelöst ist und der teuerste Strom Europas den Standort Deutschland ruiniere und neben der Zerstörung der Automobilindustrie ein weiterer Grund für den Niedergang des Landes sei.