29.11.2019
Kein Windpark Seelbach!
Projektierer sieht von einer weiteren Vorbereitung eines Antrags ab


Auf dem Windvorranggebiet 1117 zwischen den Ortschaften Falkenbach, Seelbach und Arfurt wird kein Windpark entstehen. Dies geht aus der Antwort des Regierungspräsidiums Gießen auf die Anfrage der Bürgerinitiative „Wind-Wahn“ Villmar/Runkel“ hervor.
Wie das RP Gießen darin mitteilte, hat der Windparkprojektierer aufgrund schwerwiegender artenschutzrechtlicher Konflikte im gesamten Windvorranggebiet sein Vorhaben zunächst zurückgestellt und sieht von einer weiteren Vorbereitung eines Antrags ab.
Wolfgang Nawroth, Sprecher der Bürgerinitiative „Wind-Wahn“ Villmar/Runkel“ (Bild) sagte dazu: "Wir sind froh, dass unsere Bemühungen und das Engagement der lokalen Naturschützer, allen voran Dieter Stahl von der HGON, letztlich dazu beigetragen haben, dass dieser Windpark wohl nicht mehr entstehen wird. Stets haben wir die beteiligten Entscheidungsträger darauf hingewiesen, dass die Fläche aus artenschutzrechtlicher Sicht nicht geeignet ist und entsprechende Nachweise vorgelegt. Hierbei sei nur ein Rotmilan-Dichtezentrum sowie der ebenfalls besonders geschützte Schwarzstorch erwähnt.“
Ursprünglich sollten sich bis zu zehn rund 200 Meter hohe Windräder zwischen Falkenbach und Arfurt drehen. In diesem Zusammenhang erteilte die untere Naturschutzbehörde unter der Leitung des damaligen ersten Kreisbeigeordneten und erklärten Windkraftbefürworters Helmut Jung im März 2015 die umstrittene Genehmigung zur Aufstellung eines Windmessmastes. Entsprechende Gutachten wurden seinerzeit mehrfach nachgebessert und die Errichtung erfolgte später in nur 700 Metern Abstand zu einem bekannten Schwarzstorchhorst.
"Offenbar hat sich der scheue Schwarzstorch aber, ebenso wenig wie wir, auch durch diese Maßnahme nicht vergrämen lassen und ist seinem Revier treu geblieben“, so Nawroth.
Aber auch für den Windpark auf dem Galgenberg in Villmar, wo sich bereits 2016 die ersten Windräder drehen sollten, ist die Entscheidung für das aktuell im Genehmigungsverfahren befindliche Windrad noch nicht gefallen. Hierzu berichtet das RP Gießen, dass noch viele Detailfragen zu klären sind und der Antrag derzeit noch nicht entscheidungsreif sei.
Der Marktflecken Villmar hat hierzu ein eigenes Gutachten zur avifaunistischen Situation im Projektgebiet erstellen lassen und dem RP Gießen vorgelegt. Dieses weicht anscheinend in teilweise eklatanter Weise von den Ergebnissen des Gutachtens des dortigen Windparkprojektierers ab.
Bürgermeister Rubröder äußerte sich dahingehend, dass der Markflecken Villmar auch weitere rechtliche Schritte nicht scheuen wird, sollte das Windrad auf dem Galgenberg dennoch genehmigt werden.