19.04.2019
Faule Ostereier für die AfD

In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war, so Franklin D. Roosevelt. Aber selbst bei skeptischer Betrachtungsweise, von der Wirkung her, spielt sich zur Zeit ein konzertiertes Spiel über die Bande ab, bei der die Rechnung derer aufgeht, die mit Intelligenz und Helfershelfern das Thema AfD endlich "ordentlich zum Abschluss" bringen. Die Rolle, der sich gerne als Sperrspitze des rechten demokratischen Spektrums aufspielenden JF, scheint durch ihren neuerlichen Erguss in Richtung des tragischen Falls Julian Assange, jetzt völlig klar.
"Das Ende der Geschichte eines falschen Helden" hat den gleichen politischen Impetus wie der Höcke-Verriss. Und die neue-rechte Denk-Elite schweigt. Warum? Spätestens bei diesem Thema sollte doch einmal Klartext gesprochen werden. Ist Kant völlig aus der Mode, auch dort?
Die Leitung dieses Blattes, das solches zulässt, darf nun wirklich voll im Lager der offiziellen politischen Korrektheit verortet werden. Von der Wirkung her faktisch als Außenstelle der Deutungshoheit der etablierten Parteien samt der auf Linie gebrachter Behörden.
Das sollte eigentlich schon klar gewesen sein, als man die Bälle der AM-Player im fröhlichen Einvernehmen mit der gnädigen Audienz der Leitmedien gegen den verteufelten Björn Höcke und den mittlerweile unter Generalverdacht gestellten Flügel über Bande fliegen sehen konnte. Der Popanz der angeblichen Gefahr für die Deutungshoheit des Mainstream und der Altparteien durch die Minitruppe des tatsächlichen Pseudo -"Newsroom" (das wirkliche ernst zu nehmende Kaliber beschreibt dieser NTV-Bericht), den die JF ausgiebig feierte und das jetzt im fröhlichen Konzert gerade von der "Welt" wiederholt wird („Natürlich geht es auch darum, der AfD etwas entgegenzusetzen“), ist ein wahres Schmierstück, bei dem alle gern mitspielen.
Das soll nicht heißen, dass der bravouröse Einsatz auf Yotube und Co der AfD-Aktuere nicht vollen Respekt verdient. Nur eine Gefahr für die Altparteien und die Deutungshoheit des Mainstream kann davon wirklich nicht ausgehen.
Dem unbedarften AfD-Mitglied wird insinuiert, die AfD könne über Facebook, YouTube und Co tatsächlich etwas reißen. Wie irre. Wie weltfremd. Die Probe lässt sich ganz leicht an der Basis auf der Straße ziehen, nicht im Freundeskreis Gleichgesinnter. Aber es ist ja so schön, belogen zu werden. Es tut gut, angebliche "Angst der Altparteien" zu spüren. Das, was die AfD auch in Zukunft befeuert, sind die ausschließlich sich weiter verschlechternden gesellschaftlichen Zustände, nicht der "Newsrom", der den Namen nicht verdient, mit seinen vielleicht 4 Leuten und Plattformen, die jederzeit zudem die Berichte als vermeintliche Hass-posts ins Nirwana befördern können. Es kann nicht sein, dass sie nicht wissen, was sie tun, die Entscheider in der Parteispitze. Sie wollen es so. Sapere aude