28.08.2019 Doris Fürstin von Sayen-Wittgenstein; Quelle

Vier Tage vor der der Wahl im Osten
Von Sayn-Wittgenstein aus AfD ausgeschlossen


Die FAZ war die erste, die „aus Parteikreisen“ erfuhr, dass Doris von Sayn-Wittgenstein heute Mittwoch vom Bundesschiedsgericht aus ihrer Partei ausgeschlossen worden ist. Das war nicht verwunderlich, denn den „Parteikreise“, die der FAZ dies nicht schnell genug stecken konnten, war die gerade wiedergewählte AfD Landesvorsitzenden immer im Weg bei ihrem Umbau der AfD zu einer bürgerlichen Konsens- Partei, die den Mut zu Wahrheit jederzeit Koalitionen opfert.
Es sind die treibenden Kräfte in diesem Bundesvorstand, die im Gegensatz zum Kampf vieler AfD- Bundestagsabgeordneter und -Mandatsträger, schon lange ihr Land nicht mehr „zurückholen“ wollen, wie es einst noch Gauland wollte. Die das wollen, die Patrioten, sollen keinen Einfluss mehr haben und am besten ganz aus der AfD verschwinden. Deshalb war Björn Höckes jüngste, eigentlich sehr  verhalten Kritik an diesem Bundesvorstand nicht nur berechtigt, sondern existentiell für eine AfD, wie sie bisher gewählt wurde. Das ist sie aber nicht mehr, wie der „Appell der 100“ auf die Höcke- Kritik schnell zeigte, den aber Drahtzieher des Umbaues und Verrats an dem AfD-Kernziel freilich nicht unterschrieben hatten. Auch bei der Berichterstattung war klammheimliche Konsens des Mainstreams mit den Umbauern unübersehbar.
Nun wurde von Sayn-Wittgenstein gezielt geschasst und das vier Tage vor der Wahl im Osten, gerade dort, wo sie sicher viel Sympathie genießt, wie sie überhaupt der Partei nie wirklich tatsächlich geschadet sondern nur genützt haben dürfte und gerade sogar als AfD- Landevorsitzende von Schleswig-Holstein wiedergewählt worden ist.
Die Causa von Wittgenstein war ohne Not von diesem Bundesvorstand losgetreten worden und in der Politik gibt es bekanntlich kein Zufälle. Und hinter den Kulissen spielen ganz sicher Kräfte mit bei diesem Spiel, die den jetzt in geschlossenen fb-Gruppen tumben, hurra-schreienden AM-Mitgliedern nie in den Sinn kommen würden.
Ob der Ausschluss von Sayn-Wittgenstein, einer demokratisch gewählten AfD- Landesvorsitzenden, aus AfD  womöglich vor dem Hintergrund des deutschen Parteienrechts Bestand haben wird oder nicht und welche vor allem für nützliche einfache Gemüter in der AfD unvorstellbare Weiterungen sich noch ergeben, bleibt abzuwarten.

An die Mitglieder schrieb  von Sayn-Wittgenstein folgende Mail:

Liebe Mitglieder und Förderer der AfD in Schleswig-Holstein,

Soeben habe ich das Urteil des Bundesschiedsgerichts erhalten, wonach ich aus der AfD ausgeschlossen wurde.

Das Urteil ist ohne mündliche Verhandlung ergangen; damit liegt ein willkürlicher und eklatanter Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundsätze vor. Zudem hat es dem Bundesschiedsgericht gefallen, in diesem Zusammenhang sogar gegen seine eigene ständige Rechtsprechung verstoßen.

Sinnigerweise enthält das Urteil keine Begründung. Es ist rechtswidrig.

Davon unabhängig wagt es ein Parteigericht, sich über die Entscheidung eines Parteitages, dem höchsten Gremium in unserer Partei, nämlich Sie, die Mitglieder, hinwegzusetzen!

Ich möchte keine hochtrabenden Vergleiche anstellen: Aber sogar Ludwig Erhard war Vorsitzender der CDU ohne Mitglied der Partei zu sein. Auch ich werde deshalb mein Wahlamt weiterhin ausüben.

Mein Ausschluß durch des Bundesschiedsgericht geschieht auf Betreiben dieses Bundesvorstandes als Teil eines geplanten Umbaues der AfD an dessen Ende eine ganz andere Partei als jene, in die wir einmal eingetreten sind und der wir unsere Energie geschenkt haben, stehen soll. Da müssen jene, die am alten Kurs festhalten wollen, weichen.

Der Beginn dieser Entwicklung war die Gründung der Alternativen Mitte.
Fortgesetzt wurde der Umbau durch eine Defensivpolitik des Bundesvorstandes und seiner unkritischen Übernahme der Deutungshoheit eines instrumentalisierten Verfassungsschutzes. Dieses Verhalten steht in krassem Widerspruch des Kampfes unserer AfD-Abgeordneten im Deutschen Bundestag wie Curio, Baumann oder auch Jongen. Letzterer hat mit seiner Bundestagsrede am 05. April 2019 zur Bedrohung der Existenz der Deutschen ausgezeichnet vorgetragen.

Fortgesetzt wird der Umbau der Partei durch ein angedeutetes Abrücken von Rußland und einer Zuwendung zur amerikanischen Politik, statt als Partei, die die Geschicke Deutschlands, das im Herzen Europas liegt, durch Äqui-Distanz zu bestimmen.

Die erleichterte Aufnahme von Alpha/LKR-Mitgliedern tut ein übriges und die Krönung sind Überlegungen einer Koalition mit der SPD; jener Partei, die einen Herrn Stegner, der zur Gewalt gegen die AfD aufruft, in ihren Reihen duldet.

Es geht deshalb eigentlich gar nicht um mich oder um das, was mir als angeblich parteischädigend vorgeworfen wird, sondern darum, daß ich diesen Leuten im Bundesvorstand beim Umbau der AfD im Wege stehe. Björn Höcke hat die Gefahr erkannt und zu Recht in seiner diesjährigen Kyffhäuserrede diesen Bundesvorstand angegriffen.

Ich werde diese Entscheidung eines gezielt zusammengesetzten Tribunals gerade auch vor dem Hintergrund, daß Sie mich als Landesvorsitzende erneut gewählt haben, nicht akzeptieren und den Rechtsweg vor die ordentlichen Gerichte beschreiten.

Bitte bleiben Sie ruhig und treffen Sie keine unüberlegten Entscheidungen!
Vielleicht kommt die Basis auf dem anstehenden Bundesparteitag doch noch zum Zuge; deshalb möchte ich Sie ermuntern, die Mitgliederinitaitive zu zeichnen, falls Sie es noch nicht getan haben:

https://www.mitgliederparteitag.de/

Mit freundlichen Grüßen, Ihre
Doris v. Sayn-Wittgenstein