18.04.2019

oder warum der Focus Recht hat

Helmut Markwort lässt sich im FOCUS 16/2019 unter "Die Geheimdienste wollen ihre Quellen in der AfD nicht verlieren" über V-Leute in Gestalt von AfD- Mandatsträger aus, die womöglich ihre Dienste in die Bredouille bringen, weil sie in Bayern zu anderen Parteien wechseln. Er spricht auch von Nachrichtendiensten aus Russland, USA und Israel, denen es gelungen sein dürfte, mit dem bundesweiten Erfolg der AfD auch in die Parlamente aufzusteigen und entsprechende Positionen einzunehmen. Das ist so banal wie sicher.
Nur hat er vergessen zu erwähnen, dass es neben der Weitergaben von Informationen aus der Partei auch die direkte Einflussnahme über die Steuerung gibt. Und da hilft uns Immanuel Kant und die Bibel weiter: "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen", also an ihren Taten, nicht an ihren Reden oder ihrer Mimikry.

Wenn Wirkungen erzielt werden, die dem politischen Feind nützen, sollte die rote Lampe angehen

Und da sind wir an einem Punkt: Die AfD soll im Idealfall kanalisiert und eine "ganz normale, koalitionsfähige Partei" werden, die Patrioten, Liberal-Konservativen und Rechten das Gefühl gibt, mitzuregieren; so etwa, wie die CSU bei der CDU.
Auf keinen Fall soll der Erfolgslauf dieser Partei so weitergehen. Wie macht man das? Durch Spaltung und dadurch, dass man die Wirk-Möglichkeiten der AfD begrenzt.
Letzteres ist bereits vorzüglich gelungen: Jede Bundestags- oder Landtagsrede ist politisch nur so gut, wie sie bei den Massen ankommt, ansonsten ist sie tatsächlich völlig wertlos. Diese Banalität wird leider von nur wenigen wirklich begriffen. Gut für die Profis, die wissen, was sie tun.
Die Tatsche, dass die AFD ihre wirklich einzige realistische Möglichkeit, ihre Botschaften unverfälscht an die Massen zu bringen, indem sie den vor den Bundestagswahlen geplante "Newsroom" mit 20 Mitarbeitern, im Schichtdienst und eigenem TV-Studio nicht weiterverfolgt hat, spricht Bände für jeden, der nachdenkt.
Nur denken offenbar zu wenige nach, hören lieber auf nützliche Idioten und deren Einflussagenten.
Mit der Entscheidung "keinen Newsroom" zu realisieren, haben die Verantwortlichen die Arbeit der Bundestagsfraktion bislang faktisch politisch wertlos, abhängig von der Gnade des Mainstreams gemacht.

Viele machen mit bei dem Umbau der AfD

Was will uns eigentlich die JF mit ihrem aktuellen Jubelbericht "Die anderen Parteien aufgeschreckt. Das Erfolgreich: Social-Media Team der AfD Bundestagsfraktion baut sein Angebot aus" weismachen? Das Blatt ist seit seiner letzten Höcke Berichterstattung hochverdächtig, beim AfD-Umbau aktiv mitzuarbeiten. So auch bei diesem Bericht. Bei allem Engagement der beteiligten AfD-Leute, selbst die im Bericht angegebenen Zahlen zeigen, dass Welten zwischen dem Wirkungsgrad der politischen Botschaften der Altparteien an die Massen und dem Mainstream liegen, die mit dem besseren Abschneiden der AfD im alternativen Sektor auch nicht annähernd kompensiert werden können. Was das Blatt völlig verschweigt, ist die Tatsache, dass der AfD jederzeit der Boden in Facebook, Youtube und CO entzogen werden kann, weil ihr diese Plattformen nicht gehören!
Dank NTV und seinem Pressebericht hier wissen wir, was geplant aber nicht gemacht wird: Ein Newsroom mit rund 20 Mitarbeitern, die  im Schichtdienst, rund um die Uhr, die Arbeit aufnehmen. Eine eigene, investigative Rechercheeinheit, die  Themen ausfindig macht, die von anderen Medien "unter den Teppich gekehrt werden". In den Fraktionsräumen im Jakob-Kaiser-Haus wollte die Fraktion ein eigenes TV-Studio für tägliche Nachrichtensendungen aufbauen. Soweit der Plan, Stand Februar 2018. Etwas völlig anderes also.  Sollte das der JF entgangen sein? Ganz sicher nicht. Sapere aude!

Die Lage ist leicht zu ermitteln: Man frage nur mal z.B. im Fußballstadion oder auf der Straße, wer Baumann, Curio oder Jongen, etc., kennt. Die Klicks bei YouTube oder Facebook und Co können nie die politisch erforderliche Reichweite und Wirkung bei den Massen erreichen!

Die "Gute Arbeit" der V-Leute, von wem auch immer, droht nachhaltig zu wirken.