08.05.2019
Björn Höcke, Bild VN

Wenn sich Björn Höcke
da mal nicht täuscht


Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Absinge aller drei Strophen "Des Liedes der Deutschen", kürzlich beim süddeutschen  "Flügeltreffen" in Greding, hat sich Björn Höcke dezidiert beim Frühstückstreffen der Jungen Alternative Bayern am Sonntag in München geäußert, was abgelaufen war: Es sei ein "Fauxpas" gewesen, ein Versehen eines Tontechnikers, die falsche Taste. Zulässig, aber "politisch unklug", so sein Befund, vor dem Jugendnachwuchs der AfD, gebettet in eine profunde Darstellung des historischen Hintergrundes des Liedes.
Nur, so Höcke, man habe nicht mehr soviel Zeit auf dem Weg die Mehrheit im Volk zu finden, die ausreichend ist für die Wendung, nicht als" Junior-Partner" wie ausdrücklich hervorgehoben, sondern wörtlich: "Wo wir in Regierungsverantwortung an leitende Position kommen und dieses Land noch mal zum Guten wenden können" (siehe Video)

Und hier wird der typische Optimismus, den Höcke bei jeder seiner Reden auszeichnet und der sicher das notwendige Öl im Feuer der Begeisterung ist, deutlich. Nur dieser Punkt, seine Einschätzung "leitende Position", ist auch von fundamentaler, strategischer Bedeutung, denn er ist zwangsläufig ausschlaggebend, für die Taktik der künftigen Politik.
Aber begeht Höcke nicht einen fundamentalen Fehler, wenn er meint, dass die AFD jemals parlamentarisch "an leitende Positionen kommen und dieses Land noch mal zum Guten wenden könne" so, wie er es versteht?

Folgenschwere Fehleinschätzung?

Hoffentlich unterliegt Björn Höcke  hier nicht einer fatalen Fehleinschätzung, wenn er dies tatsächlich so meint. Ihm seien die öffentlichen Vorträge des ganz unverdächtigen Rainer Mausfeld, emeritierter deutscher Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel, zur Genesis und dem Wesen der westlichen parlamentarischen Demokratien, auch: "Die Angst der Machteliten vor dem Volk" dringend empfohlen.
Seine AfD hat nicht den Hauch einer Chance dazu, was er sich erhofft. Das Einzige, was der Partei tatsächlich  verbleibt als politische Waffe, ist der Mut zur Wahrheit und ihre Wirkung auf die Massen.
Wenn das nicht verstanden wird, ist zu befürchten, behält ganz sicher FDP-Mann Kubicki Recht : "Nach fast 30 Jahren im Parlament weiß ich: Das parlamentarische System wird sie über kurz oder lang domestizieren und schließlich auffressen".

Hoffentlich behalten wir nicht Recht, aber man darf sich nichts vormachen

Björn Hocke hat zweifellos politisch dazugelernt, wie er im Video sagt. Sein lautes Schweigen zu Marc Jonges Rede vom 05.04.2019 im Deutschen Bundestag ist ganz sicher politisch klug. Von den Maßgeblichen im AfD Bundesvorstand  aber schlicht von der Wirkung her, Verrat. Über das unbegreifliche Verhalten eines einzelnen Patrioten kursieren filmreife Erklärungsversuche.