07.05.2019

Bernd Lucke, Bild VN  Doris v. Sayen-Wittgenstein; Quelle

AfD: Wann kommt Bernd Lucke wieder?
Wäre es nicht „politisch klug“?


Zugegeben: Die Überschrift ist zugespitzt, aber sie trifft den Kern der Entwicklung der AfD, deren Führung der Bundestagsfraktion in den Rücken fällt: Durch nur einige Wenige, die genau wissen, was sie tun. Aber auch solche, die Lenin „nützliche Idioten“ nannte und solche, die die AfD als Geschäftsmodell mit Erfolg benützen. Das soll keine umfängliche Beschreibung der Situation sein. Denn auch hinter Strohmänner-Spenden aus dem Ausland stecken selbstverständlich Interessen.
Doch zurück zum aktuellen Aufreger: 1. Strophe des Deutschlandliedes. Den hatte sich der „Flügel“ beim süddeutschen Treffen gerade unterstanden, zu singen. Munition für die Rückbauer. Und einleuchtend, so ein leuchtend, dass sogar der stellvertretende AfD- Fraktions- vorsitzende eines Landes im Norden auf Facebook zum Besten gab: “Bundesspitze der AfD und auch namhafte Protagonisten des „Flügels“ selbst bezeichnen diese Aktion als "politisch unklug". Das hindert den Landesvorstand offenkundig nicht, diese "politisch unkluge" Aktion auch noch öffentlich im Namen der AfD Schleswig-Holstein zu teilen.” So, so: Die Fraktion im Land zwischen den Meeren steht scheinbar auch zum Rückschritt durch Mäßigung durch vermeintliche “politische Klugheit”. Solches ist aber nicht anderes ist als das Lied der Altparteien und des Mainstreams; freilich stückchenweise, schleichend und so einleuchtend, dass er vermutlich sogar einig ist, mit manchen Flügelleuten, die es auch “"politisch unklug" finden, die erste Strophe des Liedes der Deutschen zu singen.
Doch erkennt man hier, was FDP-Mann Kubicki kürzlich äußerte : "Nach fast 30 Jahren im Parlament weiß ich: Das parlamentarische System wird sie über kurz oder lang domestizieren und schließlich auffressen“ ?
Gerade hat der AfD- Landesvorstand vom Schleswig-Holstein in einer öffentlichen Erklärung zum Fall des offensichtlich mit allen Mitteln vom AfD- Bundesvorstands betrieben Ausschlusses der streitbaren Doris von Sayn-Wittgenstein („Ich bin nicht käuflich!“), den zur Zeit fundamentalen Richtungsstreit offenbart:
"Auch in der nun erfolgten erneuten Überprüfung folgte das Landesschiedsgericht im endgültigen Hauptsacheverfahren nicht dem Antrag des Bundesvorstandes. Doris von Sayn-Wittgenstein wurde in allen Punkten ohne jeglichen Zweifel und vollinhaltlich von den Vorwürfen entlastet. Es wäre nun an den Klägern – immerhin hochrangige Funktionsträger der AfD aus der Landtagsfraktion und dem Bundesvorstand – sich bei Frau von Sayn-Wittgenstein persönlich und auch öffentlich zu entschuldigen und eine uneingeschränkte Ehrenerklärung für sie abzugeben."
Von Wittgenstein steht nicht für Mäßigung im Sinne der Aufgabe des Eigenen, hatte sie doch in ihrer Bundesparteitagsrede ganz klar gesagt, was sie denkt und wie sie die Dinge sieht und wäre mit ihrer Rede um ein Haar Bundessprecherin geworden; sie riss die Delegierten förmlich von den Sitzen (siehe hier). Kompromisslos.

Womit wir wieder beim „Deutschlandlied“ sind. Alexander Gauland, am Abend der Bundestagswahl noch kämpferisch ungebrochen, als er sein „Wir holen uns unser Land und unser Volk zurück!“ formulierte, war bislang als einziger im Bundesvorstand zu verorten, der im Richtungsstreit noch zusammenführte, gegen die gezielt betriebene Spaltung, die als “Mäßigung”verkauft, allerdings eine AFD ohne den Markenkern des Patriotismus zeitigen wird; die das Gegenteil von dem ist, was Marc Jongen am Freitag, den 5 April 2019, ganz öffentlich im Bundestag, als es um die Existenz des Deutschen Volkes ging, formuliert hatte. Der Geist dieser Rede (siehe hier), steht in klarem Widerspruch zur Kritik am Absingen der nicht verbotenen, aber politisch unkorrekten 1. Strophe des Deutschlandliedes; was nichts anderes ist, als den Kampf um die Deutungshoheit zu führen.

Die Partei, nicht die Bundestagsfraktion
ist auf Kubickis‘ angesagtem Weg

Würden die AfD- Mitglieder nur einige Minuten verschwenden, um im Sinne Immanuel Kants ihren eigen Verstand zu gebrauchen, würden sie zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen: Mit “Mäßigung”, die “politisch klug” im Sinne der Rückbauer der AfD daherkommt, könnte die AfD 20 oder womöglich 30 % im Westen der Republik erreichen, lassen Sie es völlig unrealistische 40% sein! Aber könnte eine solche AfD sich "Land und Volk zurückholen", wie es Gauland formulierte? Wie sollte das gehen?
Die AfD selbst, kann nur, wie es gerade Marc Jongen vorgemacht hat, mit dem Mut zur Wahrheit, versuchen, das Wahre und Selbstverständliche zu formulieren. Der Rest liegt in der künftigen Entwicklung von Deutschland und der Welt, auf die die Partei niemals Einfluss haben kann. Sie kann, nur, im Sinne von Jongen, durch ehrliche und patriotische Darstellung, die nicht verhandelbar ist, versuchen, das alte Deutschland, das die Welt und unsere assimilierten neuen Deutschen schätzen (8% bei den Bundestagswahlen stimmten für die AFD), durch ihre politische Botschaft ihre Impulse leisten. Alles andere ist Wunschdenken hat mit realistischer Betrachtungsweise nichts zu tun. Kubicki hat da völlig Recht in seiner Einschätzung. Die Partei, nicht die Bundestagsfraktion, ist auf Kubikis‘ angesagtem Weg.