Bild VN, Robert Lambrou

06.10.2019 Afd- Vorstandswahlen Hessen
Weiter so mit "Defensiv-Politik"?
Keine Alternative zu Robert Lambrou?


Diesen Monat wird in Neuhof bei  Fulda der neue hessische AfD- Landesvorstand gewählt. Dann entscheiden die Delegierten: Weiter so, oder Veränderung; auch zum Landeschef Robert Lambrou?
Was hat eigentlich dieser während seiner ganzen Zeit an eigenem politischen Profil vorzuweisen? Kennt man eine einzige eigene, wirkmächtige politische Position von ihm, außer der in Freundlichkeit verpackten Botschaft: „Ich bin gemäßigt und bürgerlich?“ Hat man schon jemals von ihm eine persönliche klare, politisch angemessene Ansage gehört, wenn gegen die AfD öffentlich gehetzt wurde?
Schaut man sich die Homepage der Hessen-AfD an, sie ist das Aushängeschild der Parteiführung: Einfallslos, ideenlos und so politisch tot, wie die Presseerklärung zum Frankfurter Bahnsteigmord. Dieser Mord war ein Politikum und von der politischen Wirkung her nichts weniger als ein für Millionen Menschen in Deutschland zutiefst verunsichernder Zivilisationsbruch. Und der Chef der Hessischen AfD hatte gerade mal unglaubliche 7 Sätze, einschließlich der Überschrift in der Presseerklärung dafür übrig
(siehe hier).
Robert Lambrou im HR- Sommerinterview und der Mordfall Walter Lübcke war als Thema vorhersehbar und zu erwarten, wie das Amen in der Kirche. Dem Landeschef kommt gar nicht in den Sinn, die  Instrumentalisierung dieses Falles gegen die AfD zum Thema zu machen. Anstatt die Frage der Moderatorin „Wollen Sie sagen, die Masseneinwanderung ist daran schuld, dass wir mehr rechtsextreme Gewalt in Hessen haben?“, als eine Steilvorlage zu begreifen, sagt er artig und freundlich „das kann ich nicht beurteilen“.

Freundlichkeit ersetzt eben keine Politik. Und der politische Gegner honoriert mitnichten, wenn man politische Elfmeter, wie die unglaubliche „Frankfurter Wahlschätzung“ bei der letzten Landtagswahl nicht tritt. Es ist unglaublich: Aber selbst einer der wenigen politischen AfD-Highlights, die der Mainstream durchließ, verschlimmbesserte er: Die womöglich falsche Mandatsberechnung, bei der letzten Landtagswahl mit dem Ergebnis, dass Schwarz-Grün in Hessen keine Mehrheit hätte, veranlasste Herrn Lambrou zu einer Beschwichtigung. Er gehe nicht von „Vorsatz“ sondern von „Versehen“ aus; warum konnte er nicht einfach nur schweigen, wenn er das Politische an und für sich nicht versteht?

Genau das wird er vermutlich auch künftig nicht: Für eine endgültigen Klarheit in diesem Punkt sorgte er selbst öffentlich auf Facebook durch seine Einschätzung der eigenen Rede zum Mordfall Lübcke in Hessen. Der Fall  war von Anbeginn ein Prüffall, gerade für die hessische AfD, für die politische Fähigkeit, die Dinge zu analysieren und politisch angemessen umzusetzen. Das, seine Rede hier, zeigt, was er unter „kontern“ versteht:


Das ist das Eine. Fatal wird es aber, wenn es um die politische Angemessenheit schlechthin geht: Eine angemessene Rede unter politischen Gesichtspunkten war dies nun ganz und gar nicht.

Wie so etwas aussehen kann zeigte die
NRW-Rede  Lübcke-Mord: Was muss jetzt getan werden?
von Markus Wagner (AfD):



Sollte es in Hessen tatsächlich keine Alternative für die Besetzung dieses  Spitzenamtes der AfD geben?