Bild: VN, J. Meuthen

09.10.2019
Ohne Höcke hätte wir in Thüringen
noch mehr geholt- die AM will Spaltung


Im Oktober 2017 gründeten etwa 200 Parteimitglieder in Tettau die Alternative Mitte (AM) als bundesweite parteiinterne Interessengemeinschaft. Hans-Thomas Tillschneider, Sprecher der Patriotischen Plattform, schrieb auf Twitter, die Interessengemeinschaft wandle sich „von einem Petry-Unterstützerverein“ zu einer Bewegung gegen die Plattform und den nationalkonservativen Flügel um Höcke, so Wikipedia. Er sollte Recht behalten. Nur gibt es da einen gewaltigen Unterschied. Während der Flügel, ein unorganisiertes Etwas mit der Wirkung eines  Gesprächskreischarakters war, operierte die AM von Anfang an gezielt und in unübersehbarer Abstimmung mit Unterstützung des Mainstream, der konzertiert die „Gemäßigten“ über die Bande unterstützte, auch, indem er wahrheitswidrig einen Popanz „Flügelmacht“ in der AfD aufbaute, der so nie existierte. Der Flügel zeigte sich zu keinem Zeitpunkt in der Lage, auch nur annähernd so seine Ziele durchzusetzen, wie die AM. Das lag vermutlich auch in der Person Björn Höcke begründet, der von sich aus alles vermied, was auch nur den Anschein einer Spaltgefahr hätte bewirken können. Die AM hat sich strukturiert aufgebaut, beherrscht schon lange den Bundesvorstand. Und nun ist die Masken gefallen und das gleich zwei mal. Man glaubt offensichtlich gewonnen zu haben, unabhängig vom Wahlausgang in Thüringen. Der Artikel in der Welt „Wie Alice Weidel in NRW ihre Position rettete“ spricht Bände, für den der zwischen den Zeilen lesen kann. Und an 200 Medienvertreter wurde u.a. dieser Text versandt: “ Als wichtiges Signal für die Gesamtpartei und deutliche Ansage für den Bundesparteitag in Braunschweig Ende November bleibt festzustellen, dass in Kalkar kein einziger Vertreter des sogenannten Flügels in ein Vorstandsamt gewählt wurde. Der Flügel - laut Landesschiedsgericht Bayern eine "mit der AfD konkurrierende" Organisation - steht für eine klar rechtsnationale Politik und dichtet sich die Wahlerfolge der AfD-Ostverbände an, die in Wahrheit aus einem bürgernahen Wahlkampf der Mitglieder hervorgegangen sind.“ Die Masken fallen, man ist sich sicher. 

Wie wir schon immer schrieben, war und ist das ganze Handeln der AM aggressiv auf die Entkernung der Partei vom Patriotismus und Umbau in eine Konsenspartei angelegt gewesen. Die persönlichen Spenden aus dem Ausland sind bis heute nicht völlig aufgeklärt. Und Alice Weidel und Jörg Meuthen bereiteten zusammen per Video Meuthens Auftritt beim Landesparteitag in BW vor. Das Ergebnis und der Ablauf sind bekannt.
Die AfD ist viel zu wichtig, als dass man sie sich selber oder ihren Mitgliedern überlassen würde. Bekannt ist, dass Gauland mit dem geschassten Inlandsgeheimdienstchef konferierte, es wäre blauäugig zu glauben, dass dies nicht auch mit Merkels persönlich ausgesuchtem, neuen Mann passierte. Und es werden mehr Interessen von außen mitspielen, beim gezielten Verwirrspiel. Es genügt nur die Doppelzüngigkeit der Protagonisten der AM einerseits zum Begriff „Volk“ und „völkisch“ zu betrachten und und andererseits zur willigen Übernahme von Deutungsmuster des politischen Gegners, wenn Mitglieder geschasst oder untergeordnet werden sollen.
Die AM hat es geschafft eine neue Angst und eine AfD- spezifische interne politische Korrektheit aufzubauen, die gut strukturiert auch scheinbar in geschlossen Gruppen überwacht wird. Dabei wäre es so einfach für die Flügelleute, den Feind in den eigenen Reihen zu demaskieren, im Kampf um die Deutungshoheit der Werte, die doch angeblich verteidigt werden sollen. Man nehme nur die Marc-Jongen-Rede vom 05.04.2019 zur Erinnerungspolitik im Bundestag und frage diesen Bundesvorstand, ob er diese Position teile. Oder Roland Hartwig‘s Ausführungen zum Volksbegriff im IfS in diesem Jahr.
Für einen glänzenden Sieg in Thüringen ist schon vorgesorgt: Wir hätten noch mehr ohne Höcke bekommen, so, oder ähnlich, wird es heißen. Diese AM scheint immer mehr doch von außen erdacht und von außen beeinflusst, wenn man nur Nutzen, Methoden und Zusammenspiel vieler „Zufälle“ beobachtet. Nach der Wahl in Thüringen werden sich die Nebel lichten.