12.04.2019
Russlanddeutsche
nur gut mit Meuthen-TüV?


Russlanddeutsche sind oft gute Patrioten. Ein Grund ist, dass viele von ihnen nicht der Gehirnwäsche der politischen Korrektheit ausgesetzt waren, bevor sie kamen. Deutsche Tugenden, der Wert der Familie und klarer Menschenverstand haben es oft leichter, als bei denen, die schon länger hier leben. Die Liebe und Achtung zu den eigenen Leuten, Kultur, Sitte, der Zusammenhalt in der Gemeinschaft und "Ehre", die Seltenheit in der Politik, tritt hier öfters auf, als im Durchschnitt.
Jörg Meuthen hat Russlanddeutschen, sowohl als Mitglieder und gestaltender Einflussfaktor in der AfD, als auch als Wählerpotential außerhalb erkannt und dem in Pforzheim 2017 gegründeten „Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen in der AfD“ seinen TüV-Stempel gegeben. Drei Sprecher hat sie und einen Arbeitskreis. Für Hessen ist der AfD-Abgeordnete Dimitri Schulz aus Wiesbaden dabei. Soweit so so gut.
Doch was ist mit dem Umgang von außer-parteilichen Organisationen von Russlanddeutschen, die auch Mitglieder in der AfD haben und deren Mitglieder sich lieber selbst, weil nach ihrer Meinung nach authentischer vertreten wollen und deren Organisation lieber direkt mit der Partei ins Gespräch kommen wollen? Werden diese abgelehnt?
Zu Erinnerung: es ist immer verdächtig, wenn der Mainstream mit lautem Getöse versucht Organisationen als Einflussagenten eines verteufelten Putin zu deklarieren, womöglich noch zusätzlich mit der Nazi-Keule "Der putintreue Aktivist Heinrich Groth verbreitete Fake News in Deutschland. Der Verfassungsschutz ist alarmiert" konnte man vor gut einem Jahr im Focus lesen. Ein Mädchen der Russlanddeutschen war für 30 Stunden verschwunden. Der Verdacht, dass sie von mehreren Migranten vergewaltigt worden sei, hatte sich später als falsch herausgestellt. Aber zu was Russlanddeutsche in kurzer Zeit in der Lage waren, zeigten sie eindrucksvoll in einer Demonstration vor dem Kanzleramt. Ein drastisches politisches Momentum. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hatte damals in einem persönlichen Gespräch Alexander Gauland Entwarnung zu den Mainstream-Verdächtigungen angeblicher russischer Einflussagenten gegeben: "Herr Maaßen hat mir nach einer gewissen Prüfung gesagt, dass da nichts dran ist.“ so die Frankfurter Allgemeine vom 11.08.2018.

Die neue Lage für die Partei

Inzwischen haben wir nicht mehr Hans-Georg Maaßen und Jörg Meuthen führt keinen Kampf um die Deutungshoheit und baut die Partei im Sinne der schnellen Koalitionsfähigkeit im Deutungsmuster der Altparteien um. Anzeichen des gezielten Transformationsprozesses sind unübersehbar. Russlanddeutsche werden zwangsläufig miteinbezogen werden. Dies wird spätestens dann klar werden, wenn von der Parteiführung die alte Mainstream- Deutung nun übernommen wird und Organisationen ohne Meuthen-Tüv ausgegrenzt werden, schon im Partei-Dialog. Man wird es bald sehen, steht zu vermuten. Denn der  "Volksrat der Russlanddeutschen", der sich als  überparteiliche Interessenvertretung der russlanddeutschen Volksgruppe in Deutschland und in der Welt sieht und unter "250 Jahre russlanddeutsche Geschichte mit Zukunft verbinden! Zusammen halten! Unsere Kultur und Werte bewahren und weitergeben!" sein Selbstverständnis zeigt, hat für dieses Jahr sein "Weltweites Kultur- und Wirtschaftsforum der Russlanddeutschen" am 8. -9. Juni 2019 in Bad Salzuflen angekündigt.