07.08.2020
15:00  Bild: Galgenberg Villmar mit Rotmilan; hier soll ein Windrad hin. Dem Grundstückeigentümer ist es egal, dass die Gemeinde das nicht will.


Bild: Berthold Geis  Archiv VN

Falkner Berthold Geis:
"Zwischenfall mit Rotmilan, der meiner Meinung nach
mit der geplanten Windkraft auf dem Galgenberg zusammen hängt"

Der  Profi-Falkner Berthold Geis aus Villmar-Weyer ist sich ziemlich sicher, denn es geht um eine Rotmilanbrut und Horst im Abstand von 1 Km Umkreis zu den geplanten Windrädern auf dem Galgenberg (Montage, rechts). Genau dies ist nämlich ein Verhinderungsgrund für diese Anlagen, die die Gemeinde ganz offiziell per Beschluss ablehnt und Bürgermeister Matthias Rubröder ermächtigt hat, auch über alles Instanzen gerichtlich dies durchzusetzen.
Der Falkner hatte einen diesjährigen, ausgewachsenen Rotmilan-Jungvogel zur Pflege. Er wurde am 24.07.20 gegen 17.00 Uhr entkräftet, vergiftet durch Mäuse, ist sich der Experte sicher, auf einer Wiese in der Nähe seines Horstes, von Einheimischen gefunden.
“Er konnte sich nur ganz langsam robbend, total entkräftet auf dem Boden fort bewegen, ich habe ihm auch den Kropf ausmassiert und das restliche Fleisch aus diesem dadurch entfernt, damit das Gift nicht noch weiter in den Blutkreislauf kommt“, so Geis
Als vom Reg. Präsidium Giessen staatlich anerkannte Pflegestelle für Greifvögel habe er den Milan aufgenommen und gepflegt. Die Mäuse habe er verscharrt und leider nicht daran gedacht, sie zu sichern wegen einer evt. Untersuchung auf Gift und sie  am nächsten Tag selbst nicht mehr gefunden. „Der Milan zeigte eindeutige Vergiftungssymptome, Hängenlassen des Kopfes und Umkippen auf die Seite, äußerlich sonst keine Verletzungen und war auch "gut im Futter", also nicht abgemagert. Nach drei Tagen stand er, der vorher nur auf dem Boden gelegen habe  bei ihm schon wieder frei in der Voliere." Die absichtliche Vergiftung durch die Mäuse liege nahe, läßt sich natürlich jetzt nur vermuten, nicht mehr beweisen, so Geis. „Auf dem Foto sieht man auch den Kot des Milans der dort an den Mäusen gefressen hat, auch eine kleine Feder von ihm hat direkt dabei gelegen. Die 5-6 Mäuse direkt neben einander, so gut sichtbar auf einem Wiesenweg, ca. 20 m vom Waldrand entfernt in Nähe seines Horstes ausgelegt, das spreche eine deutliche Sprache.
Die Mäuse stammten so nicht von dem Rotmilan, ist sich der Experte sicher. Heute wurde das Tier am Auffindeort in Anwesenheit seiner einheimischen Retter und der Presse erfolgreich wieder freigelassen.