10.10.2019
Verein Lahn-Marmor-Museum auf Exkursion im Hachenburger Westerwald
Auf der Suche nach Lahn-Marmor im Kloster Marienstatt
Bericht und Bild von Bernd-Rainer Volz

Villmar/Hachenburg (brv). Die Abteikirche von Marienstatt gilt als erste rechtsrheinische gotische Kirche in Deutschland. Schlichte Architekturformen und der Verzicht auf Türme - lediglich ein Dachreiter über der Vierung zur Unterbringung der Glocken - stehen für zisterziensische Einfachheit und rheinische Baukunst. Im Inneren der Kirche und der Klosteranlage unterstreichen zahlreiche Marmoraltäre, Weihwasserbecken sowie ein Waschbecken (Sakristei) die harmonische Wirkung der Gesamtanlage. Lahnmarmor ist ebenso als Bodenzier in der Annakapelle verbaut. Abt Andreas Range führte die Besuchergruppe des Lahn-Marmor-Museums Villmar durch das Kloster Marienstatt.

Die Teilnehmer der Exkursion mit der Vereinsvorsitzenden Ursula Alban, dem Vorsitzenden des Stiftungsbeirates Rudolf Conrads, sowie der Künstlerin Sibylle Kahnt, die das Fußbodenmotiv in der Annakapelle gestaltete, waren beeindruckt von der Vielfalt der hier vorzufindenden Lahnmarmorarten, die den verschiedenen historischen Brüchen zugeordnet werden konnten. Abt Andreas Range berichtete auch zur Baugeschichte der Kirche und des Klosters Marienstatt, mit deren Bau 1234 im Tal der Nister begonnen wurde. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die Klostergebäude durch einen barocken Neubau ersetzt. Im Zuge der Säkularisation wurde die Abtei 1802 aufgehoben und dem Grafen Wilhelm von Nassau-Weilburg zugesprochen. Die Wiederbesiedlung des Zisterzienserklosters erfolgte 1888.

Weitere Ziele der Villmarer Reisegruppe waren das Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg sowie der Tertiär- und Industrie-Erlebnispark Stöffel. Beides sind, wie auch das Lahn-Marmor-Museum in Villmar, Geo-Informationszentren des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus.
Im Landschaftsmuseum Westerwald wurden acht Fachwerkgebäude zu einem aussagekräftigen Weiler wiedererrichtet. In dessen Zentrum das Mühlenwohnhaus (um 1700), Ölmühle und Schulgebäude, komplett im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet.
Der Stöffel-Park, benannt nach der Basaltkuppe Stöffel zwischen Nister und Hornister ist mit 140 Hektar das größte zusammenhängende Basaltabbaugebiet im Westerwald. Der Basaltabbau auf dem heutigen Parkgelände wurde im Jahre 2000 eingestellt. Die aufgelassenen historischen Industriebauten der Basaltverarbeitung bilden in ihrer Vollständigkeit ein einzigartiges Ensemble. Ebenso ist der Stöffelpark eine bedeutsame Fossilienlagerstätte aus dem späten Paläogen (früher Tertiär genannt). Unmittelbar im Anschluss an den Stöffel-Park befindet sich ein aktiver Basaltbruch.