Jahresbilanz der HGON LM WEL fällt düster aus

13.11.2018

PRESSEMITTEILUNG


Auf ihrer letzten Sitzung des Arbeitskreises LM/WEL der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) konnte keine positive Bilanz in Sachen Naturschutz für den Landkreis gezogen werden. So erfreulich wie die Entwicklung einzelner Projekte wie die Obstbaumwiesen und andere Flächen der HGON seien, so problematisch seien die Entwicklungen, die vor allem im Rahmen der Energiewende zu sehen seien. Das Bewusstsein, dass in der Natur und der Welt alles mit allem zusammenhänge, sei durch eine "ideologische Aufladung" scheinbar völlig verschwunden, Humboldt sei vergessen worden. Wenn einerseits ein wirklich alarmierendes Insektensterben beklagt werde, andererseits aber Mais-Monokulturen infolge der Biogasanlagen unübersehbar entstanden seien, sei dies nur ein Beispiel unter vielen dafür. Die wirklichen Folgewirkungen dürften kaum zu übersehen sein. Wenn jetzt schon in den Städten mehr Honig geerntet werde, als im Durchschnitt auf dem Land, so Imker Bernhardt, HGON-Mitglied aus Weilmünster-Ernsthausen, zeige dies in erschreckender Weise die Entwicklung. Dabei gehe es aber nicht nur um Honig, sondern unsere Lebensgrundlagen. Wir seien dabei, unser Land kaputt zu machen, durch den Einsatz von Pestiziden, rücksichtslose Monokulturen und Habgier, die sich auch im Umflügen von öffentlichen Feldwegen ausdrücke, ist man sich einig. Dieses Problem sei landesweit seit Jahren bekannt, werde aber weder wirklich angegangen noch gelöst. Blühstreifen, als öffentlich geförderte Hilfe, seien besser als nichts, hätten aber nur Feigenblattcharakter sind sich die Anwesenden sicher. Dies allein werde das Insektensterben nicht aufhalten, unerwartete Effekte für das gesamte Ökosystem nicht ausgeschlossen.

Man erlebe eine nie dagewesene "Politisierung der Naturschutzbehörden" mit dem Ziel, landespolitische Vorgaben umzusetzen. Bis vor der sogenannten "Energiewende" hätten die Naturschutzbehörden und die Verwaltung noch primär nach ihrem gesetzlichen Auftrag gearbeitet. Heute sei das aber zugunsten einer fragwürdigen Politik nicht mehr der Fall: Wenn das Regierungspräsidium beispielsweise das faunistische Fachgutachten zu einem Windradprojekt auf dem Villmarer Galgenberg eines renommierten Professors der Uni Marburg ablehne, weil dieses angeblich zu emotional sei und einen anderen Gutachter wünsche, bezeichne das eine verheerende Entwicklung, genauso, wie die Zumutung zu glauben, Kraniche wurden Bögen um Wälder fliegen oder ins Nichts kreisen und verschwinden, wie Gefälligkeitsgutachten der Investoren dies versuchen klar zu machen. Solch ein offenkundiger Unsinn werde von den Genehmigungsbehörden nicht beanstandet. Offenkundig fehlerhafte Gutachten, man lässt den Schwarzstorch einfach weg, führten nicht etwa zur Erkenntnis, wie primitiv versucht werde zu manipulieren. Im Gegenteil: Man ließ in der Vergangenheit auch schon mal drei Nachbesserungen zu, bis es passte
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