01.05.2019

Doris Fürstin von Sayen-Wittgenstein; Quelle

AfD: Die Angst vor der Fürstin

oder warum diese Partei sich ihr Land
nicht zurückholen wird


Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Da wird vom Bundesvorstand der AfD versucht eine Frau, die um ein Haar Bundessprecherin beim letzten Bundesparteitag geworden wäre und die mit stehenden Applaus gefeiert wurde (siehe Video), mit wirklich allen Mitteln aus der Partei zu werfen. Das zeigt mehr, als gewollt ist.
Doch zurück zum Bundesparteitag: Doris Fürstin von Sayen-Wittgenstein und Georg Pazderski, größer können Unterschiede nicht sein, lagen praktisch gleich auf um den Posten des Bundessprechers bei der Wahl. Alexander Gauland bewog beide zurückzuziehen, ließ sich dafür selber als zweiter Sprecher wählen. Warum wohl? Der Grund lag in der sich schon damals anbahnenden Spaltung der Partei. Hätte von Wittgenstein womöglich gewonnen, hätten die Gegenspieler sofort zum Krieg gegen die Patrioten geblasen. Den Krieg, der dann doch, freilich verdeckt, kam und den sie gerade im Begriff sind, zu gewinnen. Der Osten, soweit er patriotisch ist, samt Flügel, ist zur Abschreibung vorgesehen.
Doch zurück, zur Fürstin. Sie ist zweifellos eine nicht käufliche Patriotin, intelligent, mit Charisma, attraktiv und kann begeistern. Sie ist eine echte politische Gefahr für Jörg Meuthen und die Partei-Reiniger, die mit dem Triebmittel Verfassungsschutzbericht und Übernahme der Deutungshoheit der AfD-Gegner operieren. Eine fatale Entwicklung: Die Liebe zu Deutschland des derzeitigen Bundesvorstandes wird unübersehbar klein geschrieben auf aktuellen Wahlkampfplakaten. Sigmund Freud hätte seine Freude daran.
Eine wohlfeile Freiheitsbotschaft, genau so unverbindlich wie die der Altparteien. Kein Wort vom Europa der Vaterländer auf den Plakaten. Vorbei, mit dem "Unser Land zurückholen", wie Gauland einst formulierte. Vorbei, mit dem "Mut zur Wahrheit!". Ganz im Gegensatz übrigens zu den Einzelkämpfern im Bundestag. Dafür die Dreistigkeit des Bundesvorstandes, den Herausgeber des COMPACT-Magazins ultimativ aufzufordern: "von Sayn-Wittgenstein nicht zu der von Ihnen angekündigten Geschichtskonferenz als Referentin einzuladen."

Warum soll sie mit aller Gewalt aus der Partei ?

Rechtlich hat sich diese Frau rein gar nichts zuschulden kommen lassen; genau so wenig, wie der verteufelte Björn Höcke. "Politischer Schaden", weil beide im Rahmen des rechtlich Zulässigen, sagen und denken, was sie für richtig halten. Dieser "politische Schaden" ist aber bei Lichte nichts anderes, als die Übernahme der Deutung des Mainstream und dessen Hypothesen durch den AfD-Bundesvorstand. Den nützlichen Handlangern in der Partei und denen, die die AfD als Geschäftsmodell ansehen, weil sie gut verdienen, ist das freilich egal.
Björn Höcke (Bild, VN) und der gesamte Osten, strafen die Verteufler allerdings Lügen, zeigen das Gegenteil: Im Osten hoher Zuspruch, im Gegensatz zum Westen der Republik. Höcke hat der AfD tatsächlich nie wirklich geschadet, so wie die AfD-Umbauer und der Mainstream dies behaupten. Sie behaupten weiter, durch Mäßigung Wähler für sich gewinnen zu können. Nur "Mäßigung" heißt zwangsläufig: die Fakten, die Wahrheit, nicht mehr zu bennen. Da passt eine von Sayen- Wittgenstein überhaupt nicht ins Konzept. Ihre Rede, siehe Video, spricht Bände.
Aus Rücksicht auf den künftigen Koalitionspartner, die Dinge nicht mehr beim Namen zu nennen, die Wertung des Gegners zu übernehmen, heiß zwangsläufig: Aufgabe des Anspruchs alternative Politik zu betreiben. Ein bisschen Schwanger geht nicht. Ein Patriot kann nie die grün-linke Auslegung der Menschenwürde gutheißen, dass Deutsche auch weiterhin straflos im eigenen Land als Abkömmlinge einer Köterrasse bezeichnet werden dürfen.

Marc Jongen hat in vorzüglicher Klarheit die Wirkung des zentralen Problembereiches "Was soll "Gedächtnispolitik" sein?" gerade am 05.04. im Bundestag dargestellt. Das wurde für die Massen vom Mainstream unterdrückt und war nie Thema bei Talkrunden. Es wurde aber auch vom Bundesvorstand für die Mitglieder unterdrückt. Mit Grund. Spätestens nach dieser richtungsweisenden Rede, hätte der gesamte Bundesvorstand einen Erkenntnisprozess haben und seinen internen Umbau sofort stoppen müssen. Theoretisch. Praktisch ist die Erklärung ganz einfach: Diesen Damen und Herren schwebt eine ganz andere AfD vor: Als liberal-konservative CSU 2.0, womögliches Geschäftsmodell, keinesfalls aber eine Partei, wie vom Wähler in den Bundestag gewählt wurde. Dafür nehmen sie scheinbar eine Spaltung gerne in Kauf.
Von Wittgenstein soll das erste prominente Spaltprodukt, vor Björn Höcke sein, steht zu vermuten. Danach werden die Partei-Mitglieder, die ihr Land, Leute, Kultur, Sitten und Gebräuche, kurz: ihr "Eigenes" zurückholen wollen, durch die Partei, unter dem Beifall des Mainstreams entsorgt werden, so der Befund.

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