01.09.2019
Bild: VN Robert Lambrou

Die neue AM-AfD: Hessen zeigt, wie es geht

Wo Kubicki schon jetzt bestätigt wird

Mit einem freundlichen Robert Lambrou-Bild  belohnt „Tag 24“  die strikte Einhaltung Lambrou's  „Alternative Mitte“ - Kurs, den Bundessprecher Jörg Meuthen mit vielen Mitspielern aktuell zum Umbau der Partei betreibt.
Das haben die Marburger Forscher in ihrer Studie über die AfD in Hessen, um die es in dem Bericht geht, zwar nicht geschrieben, ist aber die Ursache für ihre Laudatio für die Hessen-AfD: Der hessischen AfD-Fraktionsspitze scheine es angeblich zu gelingen, "die unterschiedlichen Strömungen zu integrieren und der Partei mehrheitlich ein mehr rechts-konservatives/populistisches Profil zu geben". Also keine Nazis, ist das nicht toll?.

Seht mal, wir sind doch keine Nazis! 

Man kann sich richtig vorstellen, wie Robert Lambrou und seine AM-Mitstreiter sich darüber freuen. Es ist wie aus dem Bilderbuch: Zuckerbrot und Peitsche des Mainstream und verdeckte  Schützenhilfe vom eigentlich politischen Gegner. Hessen ist ganz vorne bei der Vollendung einer neuen AfD als biedere Konsens - Partei. Und das geht so: Man läßt schon vor der Landtagswahl, die Steilvorlage oder der politischer Elf-Meter „Frankfurter Wahlschätzung“ völlig ungenutzt. Man erklärt, „man weiß sich zu benehmen“ auf den Aggressiv-Akt einer Geschäftsordnungs-änderung nur wegen der AfD, vor deren Einzug ins Parlament. Man applaudiert bei Personal-entscheidungen von ausgesprochen politischen Gegnern, wie bei Ute Sacksofsky als Vizepräsidentin des Gerichtshofs und wählt diese auch. Nur die fraktionslose AfD- Landtagsabgeordnete  Alexandra Walter stimmte übrigens dagegen.
Kampf um die Deutungshoheit? Kennt man erst gar nicht; man übernimmt die Deutung der Verfassung vom politischen Gegner, so, wie der Bundessprecher Meuthen es wünscht. Der Frankfurter Bahnsteig-Mord durch den Stoß eines Jungen ins Gleisbett, war ein Politikum und nichts weniger als ein Millionen Menschen in Deutschland zutiefst verunsichernder Zivilisationsbruch. Ein Ereignis in Hessen. Und der Chef der Hessische AfD wendet ganze 7 Sätze, einschließlich Überschrift dafür auf.  Auf die HR-TV-Frage  „Wollen Sie sagen, die Masseneinwanderung ist daran schuld, dass wir mehr rechtsextreme Gewalt in Hessen haben“ sagt man  freundlich „das kann ich nicht beurteilen“.  Jüngste Steilvorlage "Ich hasse Deutsche" "Ich stech' euch ab", ein rassistischer Raubüberfall in Limburg, findet kein politisches Interesse
Zur Klarheit: Das ist alles legitim. Man kann aus politischen Gründen so handeln. Es zeigt aber u.a. auch gnadenlos, dass  Wolfgang Kubicki schon jetzt für Hessen Recht bekommt, für das, was er im April dieses Jahres gegenüber der "Welt" feststellt : "Nach fast 30 Jahren im Parlament weiß ich: Das parlamentarische System wird sie über kurz oder lang domestizieren und schließlich auffressen.