11
.09.2019
Das AM-Netzwerk funktioniert
Georg Pazderski, wiedergewählt, oder
warum wehrt sich der „Flügel“ nicht?

Ganz im Gegensatz zur der gezielten Strategie des Mainstream, der die AfD als vor der Übernahme durch den „völkischen Flügel“ glauben lassen möchte, hat die Alternative Mitte (AM) in der AfD wieder ihre Schlagkraft bewiesen: Die Drahtzieher gingen auf „Nr. -Sicher“. Georg Pazderski, der Höcke-Bekämpfer , wurde ohne Gegenkandidat wiedergewählt. Der Mann, von dem wir sicher sind, dass er es sogar geschafft haben dürfte, Andereas Kalbitz politisch unterzuordnen, hat seine Position gestärkt. Der Mann, der zu den Strategen des aktuellen Umbaus der AfD in eine Konsens-Altpartei zählen dürfte, hat nun mehr Oberwasser denn je. Der Mann, bei dem man sich gut vorstellen kann, dass unter Aufgabe des Leitspruches „Mut zur Wahrheit!“ und „Land zurückholen“ in einer künftigen Koalition verhandelt wird, bei der er Verteidigungsminister werden würde, bleibt auf Erfolgskurs. Das Ganze im Sinne Jörg Meuthen‘s Feststellung: „Ich bin sicher: Mit Union und AfD wird es laufen wie mit SPD und Grünen vor 30 Jahren“. Von den Ur-Grünen, Petra Kelly& Co blieb rein nichts mehr übrig... Daran erinnert sich heute kaum jemand noch.

Der Flügel flattert noch nicht einmal

Während die AM gezielt organisiert, professionell, innerhalb der Mitglieder der AfD in den geschlossenen Gruppen der sozialen Netzwerke Stimmung gegen den Flügel macht und dabei sich der Unterstützung des Bundesvorstandes in jeder Hinsicht sicher sein kann, verorten wir nur unstrukturiertes vereinzeltes Zugrückbeißen von Patrioten, was im Gegensatz der dominanten AM, angemessene Taktik und Strategie vermissen lässt: Es sind nur Einzelaktionen auf Kreisebene, wie bei der Ohrfeige für den AM-Mann Jörg Meuthen bei der Delegiertenwahl für den kommenden Bundesparteitag, die zwar Schlagzeilen machen, aber nicht wirkmächtig sind.
Der „Flügel“ als solcher wehrt sich nicht. Er flattert noch nicht einmal. Das in der Presse suggerierte „Netzwerk des Flügels“ besteht von der Wirkung her nur als Witz. Deshalb ist auch keine strategische Reaktion des „Flügels“ zu verorten, die es wert wäre zu erwähnen.
Dabei steht politisch alles, die Seele der Partei, auf dem Spiel. Bei den vielen Interessen, die hier mitspielen, kann man zur Zeit über den Grund nur spekulieren. Nach den Landtagswahl in Thüringen wird allerdings definitiv Klarheit bestehen, was Björn Höcke, Andreas Kalbitz und andere angeht: Eingehegt oder nicht? Vor allem, ob und wie die Bundestagsabgeordneten wie Baumann oder Curio dann reagieren, wird spannend.