09.01.2019
Da kommt der Hacker-Fall gerade recht:

Eine "deutsche NSA" ist es, was am Ende stehen soll

Da sammelt ein 20-jähriger hessischer Schüler allgemein zugängliche Daten und "hackt" auch Zugangspasswörter von solchen, die auch scheinbar mit Leichtfertigkeit oder Wiederholungspasswörter umgehen; jedenfalls dürfte dieser junge "Hacker" bestenfalls nur als "Würstchen" in wirklichen Fachkreisen gelten, und eine Pressekonferenz jagt die andere. Es waren ausschließlich private Accounts betroffen. Und nicht ohne Grund wurde vom BKA und BSI wiederholt in ihren Stellungnahmen darauf hingewiesen, dass auch Abgeordnete bei ihrem privaten Mailverkehr selbst auf Sicherheit achten müssen.
Der Schüler, der scheinbar bei seiner Vorgehensweise, wie es der BKA-Chef formulierte, den Behörden es nicht ganz so schwer gemacht hatte (man könne mehr), war dann auch schnell gefasst.
Was da nun medial losgetreten wurde, parallel zu einem Attentat auf ein Bundestagsmitglied, das überhaupt kein Anlass zu sein scheint, hier über Prävention nachzudenken, hat seinen Grund. Kein geringerer, als Horst Seehofer verkündete heute auf der Pressekonferenz neue Verbraucherschutzmaßnahmen für Router der Bürger und  Ausweitung der Kompetenzen des Nationalen Cyber-Abwehrzentrum (NCAZ), der Kooperationseinrichtung deutscher Sicherheitsstellen auf Bundesebene zur Abwehr elektronischer Angriffe auf IT-Infrastrukturen der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Wirtschaft. Und was aufhorchen lässt: Ein System zur Führerkennung (!), so Seehofer, muss her. 350 neu Plan-Stellen werden gerade eingerichtet. Was da im Mantel des (Verbraucher) Schutzes daherkommt, scheint nicht anderes zum finalen Ziel zu haben, als eine "deutsche NSA" zu werden, zumal man ja beim Internet nicht mehr zwischen In-und Ausland unterscheiden kann. Die NSA der USA ist für die weltweite Überwachung, Entzifferung und Auswertung elektronischer Kommunikation zuständig, liest, sieht und hört überall mit. Schöne Aussichten also.