Bild: Collage VN

03.02.2020
Björn Höcke - Einiger im Sinne der Führung?
Der „Flügel“ hat seinen Sinn verloren


Der „Flügel“ ist eine als völkisch, nationalistisch und neofaschistisch eingestufte Gruppierung innerhalb der AfD, glaubt man Wikipedia. Der aktuelle Mainstream weiß es genau: „Der Flügel will die AfD voll und ganz übernehmen“ und das Flaggschiff „Spiegel“ titelt: „Wie der völkische "Flügel" die Partei vor sich hertreibt“. Die Wahrheit scheint jedoch:
Der „Flügel“ wird als Popanz genutzt,
um gegen die AfD zu operieren; ihm wird eine Macht zugesprochen, die er vermutlich nie hatte. Mit der faktischen Abdankung von Björn Höcke als „Maskottchen“ und Andreas Kalbitz als Strippenzieher im Hintergrund, so der „Spiegel“, soll der „Flügel“ nun wirken.
Björn Höcke ist keine dummer Mensch und deshalb kennt er natürlich die Bundestagsrede vom 05.04.2019 von Marc Jongen zur Erinnerungspolitik, in der Jongen die Dresdener Skandalrede Höckes bei weitem übertraf, indem Jongen völlig unmissverständlich Methode, Wirkung und Ziel von Erinnerungspolitik beschrieb und sogar die Fortexistenz des deutschen Kulturvolkes in Gefahr sieht. Höcke wäre es also ein Leichtes, hiermit seine dauernde Verteufelung durch Politik und Medien zu demaskieren, blieb doch Jongen im Gegensatz zu Höcke von Mainstream-Schelte völlig ungeschoren. Höcke demaskiert nicht. Warum bleibt offen.
Natürlich kann man das alles mit „politischer Klugheit“ begründen, wie es andere Parteien auch tun oder auch seine Seele verkaufen. Wie auch immer: Von der Außenwirkung her scheint Björn Höcke geläutert im Sinne des Geistes der AM. Die hat sich offiziell aufgelöst, scheint auch nicht mehr nötig. Höcke, für einige immer noch Lichtgestalt, will nicht mehr Wegweiser sein, wie er einst zum Entsetzen der „Gemäßigten“ in der Partei formulierte: „Ich weise euch einen langen und entbehrungsreichen Weg.“ Das ist vorbei.

Höcke, der Einiger der neuen Richtung
Kein Kampf mehr um die Deutungshoheit

Heute reist Höcke durch die Lande und bringt seine Anhänger, die ihm vertrauen, auf neuen Kurs: Sein Bekenntnis zur Einheit der Partei ist dabei nicht neu. Neu hingegen scheint seine Kompromissfähigkeit im Sinne der neu vorgegebenen AfD-Korrektheit - auch was den Mut zur Wahrheit angeht: Eine Konfrontation mit dem AfD-Bundesvorstand ist nicht gestattet und er sei sogar im äußersten Falle bereit, den „Flügel“ aufzulösen, so im trauten Kreise die Botschaft an seine Anhänger, heißt es. Vielleicht wäre eine Auflösung auch besser. Besser, weil dem Mainstream das Angriffsziel verloren ginge, besser auch für die Sache selbst: Vom freien Geist des „Flügels“ mit offenem Diskurs ist nichts mehr geblieben. Wer das behauptet, will lügen. Freies Denken, freier Diskurs mit dem Mut zur Wahrheit waren allerdings der einzig wirklich Sinn dieser Einrichtung.
Was völlig verkannt wird,
ist die Tatsache, dass die AfD politisch im Sinne ihres Kernthemas nur in der Masse wirken kann: Jedes im Bundestag oder in den Länderparlamenten gesprochene Wort muss als unausgesprochen gelten, wenn es nicht ins Bewusstsein der Massen gelangt. Und: Was Fundamentalopposition vermag, haben Nigel Farage und der Brexit grade bewiesen. Kein Thema mehr für Höcke.
Björn Höcke, so scheint es, darf höchstens noch nach den Vorgaben seines Freundes Alexander Gauland und der AfD- Parteileitung wirken. Eine schmerzliche Erkenntnis, besonders für mitdenkende bisherige Verehrer. Doch die Lichtgestalt will er offenbar nicht mehr sein. Ein eigener Kampf um die Deutungshoheit ist von ihm nicht mehr zu erwarten. Bei Lichte betrachtet ist es also nur noch eine Frage der Zeit, bis der Verfassungsschutz dem „Flügel“ den Gnadenstoß gibt.