28.09.2015  Offener Brief

Axel Paul
Fraktionsvorsitzen der Aktive Alternative Villmar



Sehr geehrter Herr Paul,

anlässlich der 32. Sitzung der Gemeindevertretung Villmar haben Sie als Fraktionsvorsitzender der Aktive Alternative Villmar (AAV) in der Diskussion zur Stellungnahme des Marktfleckens Villmar zur zweiten Offenlage des Teilregionalplans Energie Mittelhessen klar zum Ausdruck gebracht, dass Sie persönlich ein Befürworter der Nutzung von Windkraft sind. Weiter führten Sie aus, dass es nicht gesagt sei, dass diejenigen, die sich laut gegen Windkraft äußern, die Mehrheit sind.
Wie auch in der 38. Sitzung des Bau- und Umweltausschusses bemühten Sie in der Folge eine Umfrage des Weilburger Tageblatts, aus welcher hervorgehe, dass im Kreis Limburg/Weilburg 67% der Befragten sich für Windkraft ausgesprochen hätten. Hier blieben Sie den Zuhörern, wie auch dem Plenum, allerdings schuldig, zu erwähnen, dass anlässlich dieser Umfrage lediglich 669 Personen befragt wurden. Bezogen auf die Einwohnerzahl des Kreises Limburg Weilburg von rund 170.000 entspricht dies einem Anteil von gerade einmal 0,004 Prozent der Bevölkerung des Kreises.
Dieses Ergebnis, umgelegt auf die Einwohnerzahl des Marktfleckens Villmar von rund 7.000 Personen, würde bedeuten, man befragt dreißig Person, von denen zwanzig sich für Windkraft aussprechen und behauptet anschließend, die Mehrheit der Anwohner des Marktfleckens Villmar sei dafür.

Die Argumente unserer Bürgerinitiative gegen die Nutzung von Windkraft dürften hinlänglich bekannt sein und sind auf unserer Homepage veröffentlicht.
Die Bürgerinnen und Bürger des Marktfleckens Villmar, wie auch die Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel, würden es sicherlich begrüßen, wenn auch Sie Ihre Argumente für eine Nutzung von Windkraft in unserer Schwach-Wind-Region (5,7 m/s ausweislich des Angebots eines Investors) und deren Vorteile für die Gemeinde Villmar öffentlich machen würden.


Von Ihnen ist nur bekannt, anlässlich Ihrer öffentlichen Äußerung bei der letzten Informationsveranstaltung der Gemeinde in der König-Konrad-Halle Villmar, dass Sie keine Probleme mit dem Verbleib von Fundamenten von unrentablen Windkraftanlagen im Villmarer Boden hätten. Sie verglichen damals die Betonfundamente der Windkraftanlagen mit Resten von Raketenabschussrampen aus der Zeit des "Dritten Reichs".
Ihre Pro-Windkraft–Argumente konnten wir trotz Recherche in keiner Veröffentlichung finden. Nur durch eine klare Argumentation aber wäre es für jedermann möglich, sich auch inhaltlich auf einer sachlichen Ebenen mit Ihren Argumenten, gerade in Hinblick auf eine von Ihnen angestrebte Bürgerbefragung, auseinander setzen zu können.

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Nawroth
Bürgerinitiative Wind-Wahn Villmar/Runkel