05.06.2020

Im Villmarer Hochwald wurden
Wölfe nun nachgewiesen

Es war ein Wolfs-Riss,  was in Villmar passierte

Bilder: privat


Weiteres zum Thema "Wölfe bei Villmar": Der Riss erfolgte von Freitag auf Samstag Nacht auf der unmittelbar an das Waldgebiet Renzelstock angrenzenden Weide. Das Veterinäramt wurde sofort informiert, welches auch einen Sachverständigen schickte. Durch Pfingsten kam dieser erst am Dienstag, er konnte allerdings noch ein Trittsiegel des Wolfes identifizieren, konnte den Abstand der Fangzähne des Wolfes, verifiziert durch die Einbisse in der Keulenhaut, feststellen (Bild rechts)Das Rissbild mit den bis zu den Wirbelkörpern abgebissenen Rippen ist typisch.
Am darauf folgenden Tag wurde in Würges mit dem gleichen Rissmuster (Waldnähe, gleiche Windrichtung, dieselben Fraßmerkmale) ein neugeborenes Fleckviehkalb gefressen, welches aber vermutlich totgeboren als Zwillingskalb wurde, weshalb sich erklärt, dass kein Kehlbiss notwendig war.
Der Sachverständige ist sich sehr sicher, dass es ein Wolf war, hat auch bei dem Villmarer Kalb DNA - Proben genommen, ist sich aber nicht sicher, ob die dem Ministerium nachgeordneten Dienststellen die DNA Probe annehmen. Was nicht sein soll, darf nicht sein.


Gleichzeitig spart man natürlich auch eine potentielle Entschädigung

Der Wert eines schwarzbunten Bullenkalbes ist z. Zt. 25,-€, weil der spätere Fleischerlös geringer ist als die Futterkosten bis dahin. In  Falle des Risses in Villmar ist dies anders, der Wert beträgt, wenn das Kalb von der Mutterkuh entwöhnt ist, um die 1500,-€. Wenn der DNA Nachweis nicht gelingt, weil ein Mitarbeiter sich an die Vorgaben hält und z. B. aus fadenscheinigen Gründen (zu lange Zeitdauer vom Ableben bis zur Beprobung) die Untersuchung ablehnt oder um die Entschädigung zu sparen, bleibt der Tierhalter auf dem Schaden sitzen.
Wie ein  Sachverständiger mitteilte, wandern die bei uns im Hochwald auch durch eindeutige Trittsiegel bestätigten Wölfe vom Westerwald ein auf der Suche nach einem Paarungspartner. Die Politik, aber auch die Presse scheint an dem Fall nicht sonderlich interessiert zu sein. Es passt scheinbar nicht ins Bild. Auch die Stadt Bad Camberg dürfte vermutlich nicht an einem Wolfsnachweis, schon wegen der Kurgäste, nicht interessiert sein.
Die Presse weiß von diesen Fällen. Man wird sehen, wie nah wir schon an einer Art "Gleichschaltung" sind: Ob und wenn ja, was, berichtet wird.