19.06.2020 Bilder privat
Der Wolfsriss von Villmar
Ein Fuchs soll fast 50 KG gefressen haben?

Wenn der Wolf politisch zum Fuchs wird, bleiben die Landwirte auf den Kosten sitzen


Es ist so gekommen wie der geschädigte Villmarer Landwirt vom Traisfurter Hof schon vermutete: Die DNA, die am Kadaver des vom Augenschein her, ganz klaren Wolfsrisses festgestellt wurde, stammte von einem Fuchs! Die untersuchende Stelle arbeitet für die Regierung. Und der Regierungssprecher vom RP Gießen hatte von dem Ergebnis abhängig gemacht: Ob Wolf oder nicht. Von Wolfs -DNA also  keine Spur? Nun muss man wissen, dass Wölfe nach ihrer Mahlzeit ihre Beute liegen lassen und dann Füchse und andere Aßfresser sich daran gütlich tun und natürlich auch ihre DNA hinterlassen. Sogenannte "Nachnutzer". Es ist ein Witz: Der Augenschein, der Abstand der Reißzähne von 4,2 cm (siehe Bild), von einem Wolfsachverständigen vor Ort gut dokumentiert, der gefressenen Kilo und  beide Fälle, auch der in Würges, wiesen die für Wölfe typischen Kehlbissspuren auf, alles spricht eine klare Sprache, passt aber der Hessischen Landesregierung nun gar nicht ins politische Bild. Der Sachverständige war sich sehr sicher, dass es ein Wolf war.  Und jetzt bleiben die geschädigten Landwirte auf ihren Kosten sitzen, weil es angeblich ein Fuchs war? Ein Fuchs mit Reißzähnen von 4,2 cm Abstand? Was für ein Possenstück;
gleichzeitig spart man natürlich auch eine potentielle Entschädigung
Der Wert eines schwarzbunten Bullenkalbes ist z. Zt. 25,-€ (das ganze Kalb), weil der spätere Fleischerlös geringer ist als die Futterkosten bis dahin. In  Falle des Risses in Villmar ist dies anders, der Wert beträgt, wenn das Kalb von der Mutterkuh entwöhnt ist, um die 1500,-€. Wenn der DNA Nachweis nicht gelingt,  bleibt der Villmarer Tierhalter auf dem Schaden sitzen. Hier handelt es um ein grundsätzliches Verhalten von Regierungsdienststellen und ein Fall für die politische Opposition, der mit einer Kleinen Anfrage nicht erledigt werden sollte: Er hätte mindestens einen Berichtsantrag verdient. Aber darauf sollten sich die Landwirte nicht verlassen. Nach dieser augenscheinlichen Lage hätte sie gute Chancen, wenn tatsächlich die Fuchstour geritten werden sollte, sich ihr Recht bei Gericht zu holen. Es bleibt auch spannend, ob der Qualitätsjournalismus hier die nötigen Fragen stellt.
Wölfe sind keine Füchse und Hessen ist inzwischen Wolfsland, auch wenn das die zuständige Umweltminiserien nicht wahrhaben will, weil daraus mehr Arbeit und vor allem mehr Kosten entstehen und ein zusätzlicher Verwaltungsapparat installiert werden muss, der unter dem Deckmantel des "Wolfs- Management" daherkommt. Das dämmert inzwischen auch der SPD: "Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln und aus den bislang sesshaften einzelnen Wölfen Wolfsrudel werden, stehen wir sowohl beim Naturschutz, als auch beim Schutz des Tierwohls vor einer Katastrophe. "so in ihrer Pressemitteilung der SPD-Fraktion in Hessischen Landtag gerade vom 8. Juni 2020. Auf die Idee, dass Wölfe ihre Scheu vor dem Menschen verlieren könnten, wenn sie jetzt schon vereinzelt durch Deutschlands Stadtbereich streunen, kommen die Genossen freilich erst gar nicht.
Wie sagte Jürgen Reichwein aus Villmar der NNP: "Und wer den Wolf zurückhaben will, muss Kollateralschäden hinnehmen." Es gibt ja  Trillerpfeifen für Kinder wenn sie im Hochwald unterwegs sein sollten.