19.11.2020 16:00
Bild: Jungfuchs, VN

Kopfloses Reh auf der Villmarer Tellswiese

Jagdpächter: Es war ein Fuchs,
der dem Reh den Kopf abtrennte


Zu unserem Bericht über das kopflose Reh auf der Tellswiese in Villmar, hat der zuständige Jagdpächter sich nun geäußert. Danach hatte er die Tellswiese und Umgebung 3x abgesucht und kein Reh gefunden. Er gibt zu bedenken, daß Rehe auch eines natürlichen Todes sterben. Gerade in der Jugendklasse sei die Sterblichkeitsraten im Winter sehr hoch. Das Foto, das wir aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht zeigen können, zeige vom Körperbau her ein Kitz. Das Geschlecht sei auf dem Foto nicht feststellbar. Er gab zu bedenken, daß männliche Kitze noch gar kein Gehörn haben, also keine Trophäe auf die es ein potentieller Wilderer oder Trophäenjäger es hätte abgesehen haben können.
Zudem komme, daß erwachsene Rehböcke jetzt im November ihr Gehörn abgeworfen  hätten. Das Erlegen aus den genannten Gründen ergebe also keinen Sinn. Hinzu komme, auf den Kopf zu schießen und dann nur die Trophäe haben zu wollen, mache ebenso keinen Sinn, da die Trophäe zerstört werden würde. Ein Kitz jetzt zu erlegen mache dagegen nur Sinn, wenn man das Wildpret essen möchte. Denn: "Mehr Bio, Regionalität und sehr schmackhaftes Fleisch, ohne Transport zum Schlachter gebe es gar nicht."

Warum fehlt der Kopf ?

Hierfür gebe es durchaus eine natürliche Erklärung. Diese sehe man bei Rehen, mit natürlichen Tod, relativ häufig: In aller Regel seien es Füchse, die das tote Tier fänden, den Kopf abtrennten und wegtrügen. Dies mache weder Luchs noch Wolf, wie auch in der Literatur und leicht im Internet zu finden sei.

Kein Wilderer

Bei einem Gewicht von ca. 8-12kg könne zudem ein erwachsener Mensch mühelos das Reh wegtragen. Wilderer würden i.d.R. sofort nach dem Schuß ihre Beute in die nächste Hecke ziehen, um nicht auf offener Wiese entdeckt zu werden. Es sei nicht ungewöhnlich, daß vom dem toten Tier nach mindestens zwei Tagen nichts mehr zu finden sei weil, neben Füchse auch Raben und andere Tiere hier nichts mehr übrig ließen. Einen Verdacht auf Wilderei (auch durch Hunde) sieht der Jagd-Pächter nicht, weil das Kitz, bis auf den fehlenden Kopf, körperlich unversehrt aufgefunden worden war, was dafür spreche, dass es mit nahezu 100%iger Sicherheit Füchse waren, die dann wohl auch in der Folgenacht, den Rest geholt haben. Diesen Befund teile auch die Gemeinde Villmar.