17.11.2021
Bankgebühren: Geld sparen.
Lesertip, ohne jegliche Gewähr

 
"Viele Kunden der Kreissparkasse Weilburg haben in den letzten Wochen Post von der Sparkasse erhalten. Es ging um Bankgebühren. Der Bundesgerichtshof hat am 27.4.21 (AZ BGH XI ZR 26/20) in einen Streitfall für einen Kunden der Postbank entschieden, dass Bankgebühren zurückgefordert werden können wenn die Bank die Gebührenerhöhung lediglich durch Mitteilung (also einem Aufdruck auf dem Kontoauszug) angekündigt hat. Klare Ansage der Bundes­richter: Schweigen ist keine Zustimmung. Folge: So ziemlich alle Gebühren­erhöhungen von Banken und Sparkassen sind unwirk­sam. Kunden müssen nur die bei Kontoeröffnung gültigen Preise zahlen und haben einen Anspruch auf die Erstattung von allen Gebührenerhöhungen in den vergangenen 10 Jahren. Da kommen schon mal einige Hundert Euro zusammen.  

Die Volksbank hat in Ihrem Schreiben an ihre Kunden ein Formular beigefügt, in dem die Kunden wählen können, ob sie die derzeit aktuellen Gebühren ab dem 1.1.2022 oder sogar rückwirkend anerkennen. Wer die Bedingungen  rückwirkend anerkennt, verliert sämtliche Erstattungsansprüche. Eine mir bekannte Kundin hat auf dem Formular angekreuzt, dass sie die Gebühren ab 1.1.2022 anerkennen wird und die zu viel gezahlten Gebühren zurückgefordert. Einige Tage später hat die Bank eine Pauschale von 20 € angeboten. Die Kundin hat sich dann die Mühe gemacht und die Gebühren aus den Monatsabrechnungen auf allen Kontoauszügen der letzten vier Jahre (leider hatte sie die davor schon entsorgt) aufgelistet und ausgerechnet, wie sich die Gebühren in diesem Zeitraum erhöht hatten. Die Volksbank hatte zum 1.8.2019 und zum 1.5.2021 die Gebühren erhöht.  Am Ende kamen alleine aus den vergangenen vier Jahren mehr als 100 € zusammen. Es lohnt sich also, hier genau nachzurechnen.
Weitere Info hierzu auch unter:   https://www.test.de/Die-zehn-gemeinsten-Bankgebuehren-So-schuetzen-Sie-sich-vor-Extrakosten-4863720-0/
Hier gibt es auch Musterbriefe dazu und Angebote von Dienstleistern, die die Reklamation im Auftrag der Kunden durchführen. Das kostet allerdings bis zu 25 % Gebühren. Also erhält der Kunden am Schluss nur 75 % seiner Erstattung."